Katharina Selich Katharina Selich

Filmreisen durch Schweden: Krimis und Bullerbü

Geschrieben von Katharina Selich

Auf den Spuren schwedischer Geschichten

Was haben Astrid Lindgrens idyllisches Bullerbü und Wallanders düstere Krimiwelten gemeinsam? Die Antwort liegt in Schweden: Hier werden zahlreiche Filme und Serien gedreht, die international Erfolg feierten. Von Småland über Ristafallet bis nach Ystad bieten Schwedens Kulissen malerische Natur, charmante Holzhäuser, mystische Burgen und unvergleichliche Weite. 

Bullerbü: Astrid Lindgrens Kindheit

Ob als ruhige Szenerie oder erzählerischer Mittelpunkt: Die Natur ist in schwedischen Filmen und Serien immer präsent. Besonders deutlich wird das in den Verfilmungen von Astrid Lindgrens Büchern. Kaum eine andere Autorin hat das Bild Schwedens international so sehr geprägt. Eine der beliebtesten Verfilmungen ihrer Bücher ist “Wir Kinder aus Bullerbü” (schwedisch: Alla vi barn i Bullerbyn). Der Film spielt in Sevedstorp in Småland, einem kleinen Dorf mit nur drei Häusern. Lindgrens Inspiration waren die Orte ihrer eigenen Kindheit in Vimmerby in den 1920er-Jahren. 

Ristafallet: Mit Ronja das wilde Schweden erleben

Für seine ursprüngliche Natur ist Schweden bekannt. Sie ist auch Kulisse für Filme, die fast ausschließlich in der Natur spielen, wie die Verfilmung von Lindgrens Buch “Ronja Räubertochter” (schwedisch: Ronja Rövardotter). Ein Schauplatz des mehr als 40 Jahre alten Kassenschlagers, der sich ganze 11 Millionen Mal weltweit verkauft hat, ist Ristafallet. Der Wasserfall im Westen von Jämtland gilt als einer der schönsten Wasserfälle Schwedens. 

Kein Wunder also, dass Tage Danielsson ihn als zentralen Drehort für seinen Film 1984 wählte. 

Krimirätsel in Ystad: Wallanders Schweden 

Der depressive Kommissar Kurt Wallander der gleichnamigen Krimiserie wohnt in Ystad, in Skåne län. Schauspieler Krister Henriksson wohnt zwar in Stockholm, bezeichnet das Kleinstädtchen Ystad aber mittlerweile als seine zweite Heimat, in der er sich jährlich einige Monate zum Drehen befindet. Die Hafenstadt hat einen ganz eigenen Charme: Sie liegt an der Südküste Schwedens und besteht aus malerischen Gassen mit Kopfsteinpflaster, schwedischen Fachwerk- und Holzhäusern. 

Luleå: Ein kleiner Ort für große Gefühle

In eine schwedische Kleinstadt führt auch der romantische und gesellschaftskritische Film “Wie im Himmel” (schwedisch: Så som i himmelen), in der ein ausgebrannter Dirigent einen kleinen Chor in einer konservativen,  schwedischen Gemeinde übernimmt. Als Drehort für das fiktive Dorf Ljusåker diente unter anderem das malerische Luleå in Norrbottens län.

Ausflüge entlang schwedischer Filmkulissen

Eine Fika im Lilla Kafferiet

In Luleå befindet sich das Lilla Kafferiet, ein gemütliches Café, bekannt für seinen Kaffee aus lokalen Röstereien. Ein riesiges Plus sind die hausgemachten Zimtschnecken (Kanelbullar). In entspannter Atmosphäre lässt sich hier eine typisch schwedische Fika verbringen. 

Schlendern durch Eksjö 

In “Bullerbü”, Småland, liegt Eksjö, eine gut erhaltene Holzstadt mit mittelalterlichem Stadtbild. Durch denkmalgeschützte Holzhäuser schlendern und das ein oder andere Café und Restaurant besuchen oder lokale Läden entdecken – so lässt sich ein entspannter Tag in Eksjö verbringen. Das Museum im Ort und die Karamellkokeri-Filiale (Karamellbonbons) aus Mariannelund lassen auch Kinderherzen höher schlagen. Eine Elchsafari im nahegelegenen Skullaryd Elchpark ist ein weiteres Highlight in der Nähe.

Besuch des Filmdorf Småland

Das Filmdorf Småland in Mariannelund ist ein interaktives Museum mit Außenbereich für Kinder und Erwachsene. Alles hier ist inspiriert von den Verfilmungen der Bücher von Astrid Lindgren. Besucher können sich hier verkleiden, auf dem Pferd von Pippi Langstrumpf reiten, Kunstwerke schnitzen oder eine Audiotour machen. Der Museumsshop bietet Souvenirs und im Café gibt es schwedische Leckereien.

Stadtbummel in Ystad 

Wallanders Ystad ist in der Realität nicht ganz so düster. Die gemütliche Hafenstadt bietet Fährverbindungen an – darunter auch eine zur beliebten Insel Bornholm in Dänemark. Ein Stadtbummel in Ystad durch Stortorget, ein Besuch der St. Marien-Kirche oder des Gamla Rådhuset sind echte Höhepunkte. Ein Ausflug lässt sich gut mit einem Bummel durch urige Läden oder einem Mittagessen im idyllischen Innenhof des Bäckahästen Kaffestugan verbinden. Am östlichen Ende der Stora Östergatan finden Reisende zudem Per Helsas Gård, wo eine charmante Mischung aus Cafés, modernisierten Fachwerkhäusern und Kunsthandwerk auf sie warten. 

Schlemmen im Restaurant Werséns in Åre

Unweit des Ristafallet-Wasserfalls liegt Werséns: Restaurant, Brasserie und Bar mit skandinavisch-französischem Flair. Auf der Speisekarte stehen Spezialitäten wie Toast Skagen und Rentierfleisch. Noch traditioneller wird es mit einem lokalen Bier aus der Region. In und um Åre können Reisende Winter-Aktivitäten wie Ski, Snowboard und Schneeschuhwandern nachgehen. Auch das Après-Ski im Ort ist gemütlich und entspannt. Im Sommer zieht es Wanderfreunde und Radfahrer in die Region.

Filmreife Orte in Schweden

Die Landschaft in Schweden ist die perfekte Kulisse für einzigartige Filmszenen, in denen die Natur und charmante schwedische Dörfer eine zentrale Rolle spielen. Wer Schweden liebt, kann sich auf Erkundungstour begeben und Astrid Lindgren, Wallander und das idyllische Bullerbü hautnah erleben. 

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Wasser in Bewegung: Gletscherwasser aus den Alpen


Geschrieben von Katharina Selich

Glasklar und bedroht: Gletscherseen in den Alpen

Die Alpen sind voller Gletscher. Obwohl die eisigen Formationen jährlich an Masse verlieren, gibt es noch rund 5000 Alpengletscher – darunter den Aletschgletscher in der Schweiz, den Schneeferner in Deutschland und das Mer de Glace in Frankreich. Das unverkennbare Gebirge erstreckt sich von Nizza an der Côte d’Azur bis ins österreichische Wien über acht Länder. Gletscher aus den Alpen speisen nach dem Abschmelzen als Hauptquelle viele Gewässer, unter anderem Gletscherseen wie den Tollensesee und den Fluss Rhône. 

Die Alpen: Gletscherparadies im Wandel

Seit 25 Millionen Jahren existieren die Alpen. Das imposante Hochgebirge entstand, als Afrika und Europa aufeinander prallten. Von den 82 Gipfeln der Alpen liegt der höchste in Frankreich und Italien: der Mont Blanc mit 4809 Metern. Die erste Vergletscherung der Alpen fand vor 2,5 Millionen Jahren statt – und noch heute sind die Alpen voller Gletscher. In Tirol und Süddeutschland werden sie auch als Ferner bezeichnet, in der Schweiz als Firn und in Österreich als Kees. Wann wird aus einer ganz normalen Eisfläche ein Gletscher? Die United States Geological Survey (USGS) legt fest, dass er mindestens 30,5 Meter dick und mindestens 0,1 km² an Fläche haben muss. Und: Gletscher sind ständig in Bewegung. 

Gletscherseen und andere Gewässer

In den Alpen gibt es 4000 Seen, mehr als 95% von ihnen sind Gletscherseen. Durch die Erosionskraft der Gletscher bildeten sich Becken, die nach und nach mit Gletscherwasser gefüllt werden. Durch das Gletscherwasser werden die Seen aber nicht nur gefüllt – sie wachsen auch weiter. Gletscherwasser aus den Alpen fließt als Hauptquelle in den Fluss Po in Italien, in den Rhein in der Schweiz, in Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden und in die Rhône in der Schweiz und Frankreich.

Mächtig und fragil: Alpengletscher in Bewegung

Gletscher sind eiszeitliche Wunder, die heute vom Aussterben bedroht sind, denn sie schmelzen schnell. Messungen zeigen, dass sie seit Jahren nicht mehr wie üblich jährlich wachsen oder abnehmen, sondern nur noch an Masse abnehmen. In den zwei Jahren 2022 und 2023 verloren sie so viel an Masse wie von 1960-1990. Eine große Gefahr für den Alpenraum, aber auch für die Gewässer, die das Gletscherwasser als Hauptquelle speist. 

Durch das Abschmelzen besteht die Gefahr, dass Gletscherseen auslaufen. So geschah es beispielsweise 2014 mit dem Faverge-Gletschersee im Berner Oberland, der heute nicht mehr existiert. Auch die Rhône, der Po und der Rhein werden bald vom Abschmelzen der Gletscher betroffen sein. Sobald kein Wasser mehr nachkommt – und erst mal wird viel kommen – trocknen diese Flüsse aus. 

Das Ausmaß der ökologischen und sozialpolitischen Folgen steht in den Sternen. 1,9 Milliarden Menschen würden von den Auswirkungen auf Trinkwasser und Wasserkraft betroffen sein.

Märchenhafte Gletscherseen in den Alpen

Sorapis See

Der Sorapis See liegt auf 1928 Metern Höhe in einem Felsen in den Belluneser Dolomiten und gilt als einer der schönsten Seen des Gebirges. Das Wasser füllt den See über einen Wasserfall, dessen Wasser unterirdisch zuläuft. Baden darf man hier seit 2019 nicht, aber ein Besuch des saphirblauen Sees und der umliegenden Natur lohnt sich. Seine Farbe verdankt der See dem Gletscherstaub, der das Sonnenlicht reflektiert.

Rifflsee

Oberhalb des Pitztals in Tirol thront der Rifflsee, der höchstgelegene Bergsee Österreichs, auf 2232 Metern. Er wird von drei umliegenden Gletschern gefüllt: vom Seekarlesferner, Löcherferner und Riffferner. Zum Schwimmen ist der See zu kalt, aber Floßfahrten werden angeboten.

Königssee

Die Berchtesgadener Alpen zählen zu den beliebtesten Urlaubsregionen in den Alpen. Hier liegt auch der berühmte Königssee, ein faszinierend blauer “Alpenfjord”. Sein Name kommt nicht von “König”, sondern wahrscheinlich vom Vornamen “Kuno”. Der Königssee ist aber älter als sein Name: Er entstand in der letzten Eiszeit aus einem Gletscher des Steinernen Meeres und einer Endmoräne.

Landschaften im Zeitraffer

An Schönheit sind die Alpen kaum zu übertreffen. Zugleich sind sie ein Raum voller Veränderungen. An Gletschern, Gletscherseen und Flüssen lassen sich die Folgen des Klimawandels wie im Zeitraffer erkennen. Wer die Alpen mit ihren imposanten Gletschern und märchenhaften Seen noch in ihrer heutigen Gestalt erleben möchte, sollte das jetzt tun. 

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Unvergleichliches Schauspiel: Die blaue Stunde in Rovinj


Geschrieben von Katharina Selich

Was den Sonnenuntergang im kroatischen Rovinj so einzigartig macht

An der Westküste Istriens liegt die Hafenstadt Rovinj. Hier können Reisende nicht nur leckere Küche und istrische Kultur genießen, sondern einen Sonnenuntergang, der an der Adria einzigartig ist: Wenn die Sonne hinter der Halbinsel versinkt, leuchten der Himmel und das Meer in einem unwirklichen Blau: Die blaue Stunde sorgt abends für magische Augenblicke.

Zu jeder Jahreszeit tummeln sich Touristen und Einheimische am Hafen von Rovinj – mit Blick auf die erleuchtete abendliche Altstadt und den blauen Himmel, der sich im Meer spiegelt. 

Im Winter ist der Sonnenuntergang zur blauen Stunde in Rovinj am längsten. Im Frühling, Sommer und Herbst ist er kürzer.  

Rovinj – ein Teil des alten Venedig

Die kleine Stadt an der Westküste Kroatiens hat eine lange Geschichte hinter sich. Schon im zweiten Jahrhundert vor Christus wurde die Insel bewohnt, die damals noch nicht mit dem Festland verbunden war. Einige Jahre später gehörte Rovinj zu Venedig – einer damals mächtigen Seerepublik. Als ein Zentrum für Schiffbau und Seehandel war Rovinj für Istrien von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Das Stadtbild und die Kirche der heiligen Euphemia zeugen noch heute von venezianischen Wurzeln. Beim Schlendern durch die Altstadt sind weitere Zeugnisse vergangener Zeiten zu erkennen.

Die Entstehung der blauen Stunde

Das Blau hat der Sonnenuntergang in Rovinj vor allem der Tatsache zu verdanken, dass sich im Adriatischen Meer der tiefblaue Himmel spiegelt. So entsteht der Effekt eines komplett blauen Horizonts. Nachdem die Sonne untergeht, gibt es kein direktes Sonnenlicht mehr, blaue Lichtanteile werden stärker gestreut und der Himmel leuchtet in blauen Farben. Da die Luft an der Adria zusätzlich klar ist, wird der Effekt noch verstärkt. Daneben der Hafen, die pastellfarbenen Häuserfassaden der Altstadt mit ihren roten Dächern und die Kirche der heiligen Euphemia: Die blaue Stunde in Rovinj ist ein unvergleichliches Schauspiel für Urlauber und Einheimische.

Wo die blaue Stunde am schönsten ist

Da Rovinj von Wasser umgeben ist, lässt sich das blaue Licht, wo Meer und Himmel aufeinandertreffen, fast überall genießen.

Hafen

Am Hafen schaffen Segelboote, stilechte Yachten und bunte Fischerboote einen spannenden Kontrast zum tiefblauen Himmel und Meer. Besonders schön ist es, am Abend auf einem der Felsen am Hafen zu sitzen.

Strand der Insel Katarina

Sehr schön ist die blaue Stunde auch von einem der beliebtesten Strände von Rovinj. Auf der Insel Katarina an der Ostküste von Rovinj lässt sich ein Tag am Adriatischen Meer entspannt ausklingen. 

Altstadt

Die Altstadt mit ihren ockerfarbenen, gelben, roten und rosafarbenen Fassaden und den von Pflastersteinen gesäumten Gassen eröffnet an manchen Plätzen fantastische Blicke aufs Meer. 

Auf einer Bootsfahrt

Bei einem Segeltörn oder einem Dinner Cruise lässt sich der Sonnenuntergang mitten auf der Adria erleben, wo Himmel und Meer besonders nah sind.

Kulinarische Highlights 

Als einstiges Fischereizentrum Istriens und dank seiner Nähe zum Meer, ist Rovinjs Küche immer noch stark von Fischgerichten geprägt. 

Monte

Im Außenbereich des Monte lässt es sich gut schlemmen. Die familiengeführte Taverne ist ein Ort für Feinschmecker: Regionale Zutaten und istrische Aromen stehen hier auf der Speisekarte. Die Philosophie der Inhaber Danijel und Tjitske: Das Leben feiern. Am besten geht das bei einem guten Glas Wein zum Sonnenuntergang. 

La Puntulina

In diesem Restaurant darf die blaue Stunde gerne länger dauern – La Puntulina ist nicht nur ein traditionelles Familienrestaurant mit innovativer lokaler Küche, sondern liegt direkt an der rauen Adriaküste. Detailgetreu und authentisch: La Puntulina ist etwas für Genießer. 

Konoba Jure 

Die Terrasse des familiengeführten Restaurants ist besonders einladend – vor allem zur blauen Stunde. Zwischen duftenden Kräutern serviert das Restaurant mediterrane Küche, eine echt istrische Platte mit regionalen Köstlichkeiten und viel Fisch und Meeresfrüchte. Hier erleben Besucher Istriens Küche in seiner authentischsten Art. 

Eine Reise nach Rovinj

Eine Reise nach Rovinj verspricht mehr als die magische blaue Stunde. Rovinj hat sich in den letzten Jahren als ein touristischer Hotspot am Adriatischen Meer etabliert. Tagsüber lässt sich die Stadt erkunden, die Sonne am Strand genießen und nachts Live-Musik erleben. Neben seiner pittoresken Altstadt, der rauen Küste und einer einzigartigen Kulinarik treffen Besucher hier auf viel Herzlichkeit – und die ist ja so typisch für Kroatien.

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